Noch eine Gitarrenlehrer-Datenbank?


Ob es schon eine andere Gitarrenlehrer-Datenbank im Netz gibt, weiß ich eigentlich gar nicht, von daher ist die Überschrift genau genommen nicht korrekt. Was es aber auf jeden Fall gibt, sind Datenbanken mit tausenden Einträgen von privat unterrichtenden Lehrern, von Musikschulen, Musikhochschulen, Fern-, Urlaubs- oder Onlinekursen und, und, und. Die größten Datenbanken sind die Suchmaschinen, allen voran natürlich Google, die für jede Stadt und jedes Dorf irgendeinen Gitarrenlehrer finden, welcher eine Internetseite, mindestens aber einen Eintrag im Branchenbuch o.ä. hat.

Wozu braucht das Internet also noch so ein Verzeichnis?

Die Antwort auf diese Frage war für mich zunächst nicht ausschlaggebend, als ich an die Entwicklung der ganzen Sache ging.
Ich selber bin ausgebildeter Musiker, exakt: Diplom-Musik-Pädagoge, und habe wie fast jeder Musikhochschulabsolvent nach dem Studium den größten Teil des Lebensunterhalts von Unterrichtshonoraren bestritten. Um mir einen eigenen Schülerstamm aufzubauen, habe ich Ende der 90er Jahre diese Domain www.dresdner-gitarrenlehrer.de gestartet.

Mittlerweile kann ich keine Schüler mehr aufnehmen, erhalte aber dennoch fast täglich Unterrichtsanfragen, die allein nur den Raum Dresden betreffen. Ich muss jede einzelne Anfrage dankend ablehnen und andere Kollegen weiterempfehlen. Manchmal tat es mir richtig leid, dass ambitionierte Gitarristen hoffnungsfroh lange und präzise Emails im Glauben formulierten, den passenden Lehrer gefunden zu haben und ich eigentlich von vornherein hätte schreiben müssen: "Alle Anfragen zwecklos".

Nach einer Weile funktionierte die Weiterleitung der Anfragen auch nicht mehr, weil die Kollegen ebenfalls ausgebucht waren. Theoretisch hätte ich die Website in Ihrer alten Form komplett einstellen müssen. Das wollte ich aber nicht, da eine 10 jahre alte Domain durchaus schon einen Eigenwert besitzt. Blieb also eine Umgestaltung, z.B. in der Form, dass Gitarrenlehrersuchende aus dem Raum Dresden aus einer Reihe von Dresdner Gitarrenlehrern hätten wählen können. Letzteres habe ich dann aber infolge des Arbeits- und Zeitaufwandes lange Zeit vor mir hergeschoben.

Doch als ich mich dann dazu entschloss, die Zeit in die Umwandlung der Seite zu investieren, merkte ich alsbald, dass der Aufwand für die Einrichtung einer Suchseite nach Dresdner Gitarrenlehrern praktisch genauso groß ist, wie der für eine deutschlandweite Suchseite. Wennschon, dennschon.

So ist also der leicht nachvollziehbare Werdegang.

Und bei der Arbeit entstehen meist noch neue Ideen. Man muss immer aufpassen, sich nicht zu verzetteln und den Plan am Ende nicht genervt beiseite zu schieben.

Zumindest wollte ich, dass der Besucher die Möglichkeit hat, die Gitarrenlehrer in seiner Nähe zu finden. Und unter Nähe verstehe ich nicht die ersten zwei oder drei Ziffern eines Postleitzahlengebietes mit einem Radius von 50 km, sondern die tatsächliche Nähe. Zum beipsiel grenzt innerhlab von Berlin das PLZ-Gebiet 10... an das Gebiet 13... . Um beide Gebiete im Ergebnis zu berücksichtigen, müsste man sich bei einer herkömmlichen PLZ-Gebiets-Suche alle Lehrer von Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg ausgeben lassen, oder aber für die jedes PLZ-Gebiet innerhalb Berlins einzeln abfragen.
Dieses Problem gibt es bei mir nicht, denn meine Suche ist eine Standortsuche via PLZ und keine Postleitzahlen-Suche.

Dann wollte ich, dass ein Besucher aus den Gitarrenlehrern seiner Umgebung den am besten zu ihm passenden Lehrer findet.
Die Realität ist, dass Lehrer einerseits im Laufe der Zeit Spezialstrecken entwickeln und dass Schüler andererseits keine willenlosen Objekte sind. Lehrer und Schüler müssen passen - nicht nur menschlich (was sich in einer Datenbank sowieso nicht festhalten lässt).
Ein Rockexperte nutzt dem Vorschulkind genauso wenig wie ein Spezialist für Kinderausbildung ein guter Berater für Studienvorbereitung ist. Wenn der Suchende nicht schon bei den Suchergebnissen entscheiden kann, welche Lehrer aus sachlichen Gründen unpassend sind, steht er vor dem Problem, eine Menge unnötiger Anfragen zu stellen. Und im Übrigen erhalten auch die Lehrer unnötige, unpassende Anfragen.

Die Frage ist nur, wie man diese Absicht realisieren kann, ohne Suchenden und Lehrer mit Datenwulst zu überfordern.
Ich hoffe den richtigen Weg gefunden zu haben, indem ich eine möglichst detaillierte Schilderung des Unterrichtsangebotes anbiete, sie aber nicht zur Pflicht mache. Das gleiche gilt bei der Suche.

Ein sicher strittiger Punkt dürfte die Angabe von Preisen sein. Sie ist natürlich freiwillig, erstens, weil man dies nicht unbedingt vor Klärung aller Bedingungen sagen will, zum anderen, weil man es pauschal nicht sagen kann. Ich habe überlegt, wie man den für viele sehr wichtigen Preisfaktor erfassen kann und halte deswegen ein Feld für den durchschnittlichen Preis einer 45minütigen Einzelstunde bereit. Es wird also in einem Suchergebnis ersichtlich, welcher Lehrer mehr oder weniger viel Honorar verlangt. Wer nun vermutet, dass "teure" Lehrer automatisch weniger in Anspruch genommen werden, denkt meiner Meinung nach zu sehr in eine Richtung. Ebenso könnten "billige" Lehrer als unprofessionell oder verdächtig gelten.
Aber ich habe bewusst vermieden, eine Suche nach dem kostengünstigsten Lehrer a la my-hammer.de o.ä. zu ermöglichen, weil ich das wiederum für einen falschen Grundansatz halte.

Ein weiterer Aspekt schien mir sehr wichtig, nämlich die Frage, wie stark der jeweilige Lehrer ausgelastet ist, oder anders gesagt: Braucht er gerade viele Schüler oder kann er sich vor Anfrgaen kaum noch retten? Für diese Steuerfunktion benötige ich die Kommunikation mit den Lehrern.
Mittlerweile wird man als ganz normaler Netznutzer kaum noch mit den vielen Emails, den Passwörtern, den Datenerfassungen usw. fertig. Nicht wenige gehen berechtigterweise auf Tauchstation und verweigern sich der Informationsflut, wo es nur geht. Ergebnis: Hornalte Einträge und unbeantwortete Anfragen.
Ich habe mir deswegen gesagt:
1. Aktualisierungen der Daten, speziell der Auslastung müssen einfach, schnell und direkt sein.
2. Um Prüfung der Aktualität wird nur dann ab und an per Email gebeten, wenn auch wirklich ein paar Anfragen beim Lehrer eingegangen sind.

Ich denke, dass es unter dem Strich vorteilhaft ist, wenn Lehrer Ihr Angebot möglichst genau schildern und die Informationen auf dem neuesten Stand sind. Dadurch werden die Anfragen umso qualifizierter und die Schüler umso passender.
Für alle nicht erfassten Details zum Lehrer und zum Unterrciht besitzen die meisten Lehrer ja sowieso eine eigene Homepage, zu der von hier aus direkt verlinkt wird.

Ein von mir nicht zu garantierender, aber zumindest eingeplanter Effekt soll es sein, dass die in meiner Datenbank erfassten Angebote vom Link meiner Seite profitieren können. Viele Lehrer haben nicht die Zeit, sich um Suchmaschinenoptimierung und Linktausch zu bemühen und warten manchmal vergebens auf den notwendigen Verkehr auf ihrer Seite. In den meisten Datendiensten zum Thema 'Musik lernen' ist eine statische Verlinkung der Visitenkarten der Lehrer nicht vorgesehen, mit der Folge, dass zwar ab und an jemand über ein Suchformular den Homepage-Link zu Gesicht bekommt, die Suchmaschinen selbst finden ihn aber nicht. Und deswegen bringt der Datenbank-Link für das Vorankommen in den Suchmaschinen nichts. Ich hoffe, dass ich hier nach einiger Zeit einen Mehrwert für die Nutzer bereithalten kann.

Obwohl die Programmierung und Speisung einer solchen Datenbank richtig Arbeit macht, ist mein Angebot für alle Nutzer selbstverständlich kostenlos. Einen Ausgleich versuche ich durch die allerorten übliche Google-Adsense-Werbung zu erzielen bzw. dadurch, dass ich meine Lehrprogramme vorstelle.

Ich hoffe alles in allem, das Web um eine nützliche Seite erweitert zu haben und wäre dankbar für hilfreiche Kommentare und Fragen .